Liebe Leserinnen und Leser,

vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit A. aus Frankfurt, das mich sehr nachdenklich gemacht hat. Sie hat eine halbe Stunde ins Mikro geschrien, all ihren Hass, ihre Angst und ihren Frust über Deutschland, die Menschen und die Perspektiven ungebremst über mich drübergekippt.

Bis ich auflegte. Klingt hart. Doch es war notwendig. Ich habe mehrfach versucht, sie aus ihrem Film zu holen, doch sie wollte das nicht. Sie wollte sich auskotzen. Erleichtern.

Aus meiner Logik gibt es in so etwas keinerlei Sinn. Denn mir ist klar, dass das keine dumme Frau ist. Sie ist nur extremst angespannt. Im Überlebensmodus. Ja, sie wird sich kurzfristig besser fühlen, weil sie Dampf abgelassen hat, aber es wird sich nichts ändern. Und dafür bin ich nicht die richtige Adresse. Mag ich auch gar nicht sein. Mich kannst du anfunken, wenn es um Mut geht, um Zuversicht und um „etwas vorhaben“.

Immer öfter erlebe ich in Gesprächen mit Menschen in Deutschland, dass die Stimmung gefährlich kippt. Leistungsträger verlieren ihre Jobs. Die Wirtschaft stagniert. Politisch und gesellschaftlich ist keine klare Linie erkennbar. Man wartet auf die Lösung von außen. Doch die Lösungen, die kommen, machen dem einen Mut und dem anderen Angst. Es wird zunehmend radikaler. Werte und ehemalige Tabubereiche weichen auf. Und die weltpolitische Lage macht alles noch schwieriger …

Das Gespenst der Angst scheint Deutschland im Griff zu haben. Die Menschen haben Angst. Vor der Politik und den politischen Trends. Sie haben Angst vor dem Krieg, sie haben Angst um die Rente und ihre Sicherheit – und sie haben Angst, weiter angelogen zu werden.

Sie haben Existenzangst. Die sich in Wut und Frust entlädt.

Nun bekomme ich das aus meiner Wahlheimat Südafrika mit, einem Land, wo das Leben de facto um ein Vielfaches schwieriger ist als in Deutschland. Südafrika hat wirklich viele Baustellen und Herausforderungen – in ganz anderen Dimensionen.

Doch Südafrika hat eines: ZUVERSICHT.

Ich frage mich, seit ich Deutschland verlassen habe und es aus einer anderen Perspektive sehe, wie ich mit meiner Erfahrung und meinem Wissen Impulse geben kann, die im Hirnkastl etwas bewirken. Ein Stück Zuversicht vermitteln. Wege aufzeigen, wie Zuversicht entstehen kann.

Und was ich sehe – nein, weiß – als jemand, der schon viele Niederlagen hingenommen hat, Existenzängste hatte und selbst mal an dem Punkt stand, wo ich vom Leben so enttäuscht war, dass ich verbittert war (kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen), ist:

MINDSETARBEIT hilft!

Denn das Schöne in der Welt ist immer da! Wir sehen es nur nicht, wenn wir von Mangel, Bitterkeit und Angst gesteuert sind. Dann sehen wir nur das Hässliche, Beliebige und das, was nicht funktioniert.

Nein, ich will nichts verkaufen. Ich will meine Gedanken teilen und anregen, sich zu erinnern, dass es immer beides gibt und gab und auch geben wird auf der Welt. Das Schöne genauso wie das Hässliche. Es ist immer beides da. Im Großen wie im Kleinen.

Doch das Leben ist um ein Vielfaches lebenswerter, wenn wir uns auf das Schöne konzentrieren. Auf das, was funktioniert.

Es ist eine Frage der Perspektive. Des Denkens. Vielleicht ist Deutschland bereit, die berühmte „German Angst“ hinter sich zu lassen. Statt in Angst und Sicherheit in Aufbruch und Zuversicht zu denken. Das geht, und das kann man lernen. Südafrika lebt mir das jeden Tag vor. Es ist einfach eine Entscheidung. Es wäre eine historische Chance.

Wie seht ihr das?

Ganz liebe Grüße von eurer Conny Schumacher

Ich habe nie geglaubt, dass man Probleme dort löst, wo sie auftauchen. Und genau deshalb hat mich die Situation mit Sebastian damals so getroffen. Denn: Ich hätte Sebastian den Alpenpass wirklich gegönnt.

Sebastian war mein Klient zu Zeiten, als ich noch als Personal Trainer und Coach die CEOs dieser Nation betreute. Er war Jurist. Und er hatte Parkinson.

Ich war ihm empfohlen worden, weil ich „etwas anders auf Dinge schaue“ und daher oft andere Ansätze finde. Nach dem berühmten Motto: „Ein Problem wird selten auf der Ebene gelöst, auf der es in Erscheinung tritt.“

Nach mehreren Stunden PT fragte ich Sebastian daher, was er gerne gemacht hat, was seine Hobbys waren.

Beim Rennradfahren wurde er wehmütig. Verriet mir, dass einer seiner großen Träume gewesen ist, einen Alpenpass hochzuradeln. Aber jetzt mit dem Parkinson geht das halt nicht mehr…

Und ich alter Rebell hatte sofort im Kopf: Warum eigentlich nicht?

Mich packte die Vorstellung, ihm dieses Erlebnis zu ermöglichen, an das er sich später – vielleicht im Rollstuhl – mit einem stolzen Lächeln erinnern kann. Ich saß daher die ganze Nacht, um zu recherchieren. Und entdeckte: Es ist vor allem das Balancegefühl. Das braucht man auf einem Rad. Und das können wir mit guter Vorbereitung ziemlich gut trainieren.

Kurz: Es schien mir möglich. Verwegen, aber möglich.

Ich fragte Sebastian, ob er Lust hätte auf ein Experiment.
Sie hätten seine Augen leuchten sehen sollen!

Wir starteten voller Energie und Sebastian machte wahnsinnige Fortschritte. Er war so drin, dass er bereits anfing, Vorträge für Parkinson-Betroffene zu planen – nach seiner Alpenpass-Tour. Zum Mut machen. Er blühte richtig auf.

Und dann gingen wir Rennrad kaufen. Ab diesem Moment war es greifbar. Sebastian glühte wie ein kleines Kind an Weihnachten.

Zu guter Letzt ermutigte ich ihn, jetzt auch sein Umfeld einzubeziehen – vor allem seine Lebensgefährtin Miriam. Und sie wurde ein ganz wichtiges Puzzleteil für den Erfolg der Mission.

Dann war alles vorbereitet. Wir hatten den perfekten Alpenpass rausgesucht. Das Begleitteam stand: einer voraus, rechts und links zwei Radler, die ihn abschirmen sollten, und von hinten das Begleitfahrzeug, mein alter Camper. Für alle Fälle, falls er irgendwo doch stürzte.

Und dann kam etwas, was ich nicht vorhergesehen hatte, nicht vorhersehen konnte:
Nach einem Wahnsinnsstreit schmiss Sebastian seine Freundin raus. Vier Tage vor der Tour.

Ich platzte fast vor Wut. Warum nur hatte er mich nicht angerufen, ehe er diese Entscheidung traf?

Der Rest ist nur noch traurig: Sebastian erlitt einen schweren Schub, war monatelang außer Gefecht gesetzt. Die ganze Vorbereitung, alles war für die Tonne. Die Tour wurde abgesagt. Sie fand nie statt.

Monate später fragte ich ihn, warum er nicht mit mir gesprochen hatte, und er sah mich mit großen Augen an: „Wie solltest du mir denn helfen können – du bist doch Fitnesstrainer.“

Und ich ärgerte mich nochmal, diesmal über mich selbst. Ich hatte die Bandbreite meiner Kompetenz nicht klar rübergebracht. Ich hatte sein Vertrauen, aber er dachte in diesem Moment nicht daran, mich anzurufen.

Ich hätte vielleicht die Trennung nicht verhindern können, aber ich bin mir sicher, ich hätte die Tour retten und den Schub abmildern können. Doch dazu hätte er mich einweihen müssen.

Holistic bedeutet: Man kann nie alle Faktoren auf dem Schirm haben, aber man muss für alle Eventualitäten eine Lösung wissen. Und das muss man kommunizieren.

Heute kann ich das. Leider zu spät für Sebastian.

Aber niemals zu spät für alle, die etwas Großes und Komplexes vorhaben – und sich dabei manchmal Verständnis und Support wünschen.

Conny Schumacher – Holistic Sparring for Leaderhip & Businessdevelopment PTY

„Warum willst du abnehmen?“, fragte ich Susanne, 48, alleinerziehende Mutter, Unternehmerin – und ständig müde. Sie war zu mir gekommen, weil sie schon so viel versucht hatte, aber einfach nie dranblieb.

„Weil meine Tochter aus dem Haus ist und ich mich einsam fühle. Ich möchte wieder einen Partner finden. Aber so, wie ich aussehe, trau ich mich ja nicht mal mehr raus.“

Ich hake nach. Denn Schmerz als Motivation funktioniert selten. Er bringt dich vielleicht aus der Sch… raus – aber sobald du dein Ziel erreicht hast, fehlt dir die Vision und Energie, um dranzubleiben.

Also frage ich weiter: Was würde sich verändern, wenn du einen neuen Partner hast? Sie antwortet mechanisch. Ich merke: Da steckt keine Kraft drin. Es geht nicht ums Schlanksein oder ums Einsamsein.

Sie hat sich selbst verloren.

Ich gebe ihr eine Hausaufgabe: drei Wochen lang jeden Tag aufschreiben, was ihr Kraft gibt – und schauen, was passiert. Sie schaut mich irritiert an. „Echt jetzt? Kein Abnehmprogramm?“ Die Skepsis ist groß. Doch sie tut, was ich ihr sage.

Ein halbes Jahr später steht sie wieder vor mir. Und strahlt.

Sie ist tief in sich gegangen und hat minutiös dokumentiert, was ihr Kraft gibt. Dann hat sie diese Erfahrungen gewertet und gewichtet. Und plötzlich tauchte etwas auf, das sie von früher kannte: Perkussion spielen und Tanzen. Schon der Gedanke daran gab ihr wieder Kraft und Freude.

Sie nahm allen Mut zusammen, suchte sich Tanzlocations heraus und ging hin – allein. Sie hatte wahnsinnig Spaß und spürte sich endlich wieder lebendig und kraftvoll in ihrem Körper. Davon wollte sie mehr, also blieb sie dran. Nach kurzer Zeit kam der Wunsch, belastbarer zu werden, um noch freier beim Tanzen zu sein.

Vier Monate später war sie sieben Kilo leichter, fit wie ein Turnschuh – und lernte beim Tanzen ihren Traummann kennen.

Das passiert, wenn Menschen, die sich selbst verloren haben, wieder in ihre innere Kraft finden. Es ist ein Erinnern daran, wer du wirklich bist und was dich ausmacht. Diese Kraft lässt dich bei dir bleiben, durchhalten und magnetisch werden für das, was wirklich zu dir passt. Was Susanne erlebt hat, ist also kein Zufall – es ist konsequent und logisch.

Jeder hat seine eigene Quelle.

Was für Susanne der Rhythmus ist, sind für mich die Berge und für meine Schwester die Musik. In dem Moment, in dem du sie entschlüsselst und wieder in dein Leben integrierst, ändert sich alles – auch Dinge, die du nie für möglich gehalten hast.

Im Monat 2 von The Art of Getting What You Want geht es um deine innere Kraft und wie du sie entschlüsseln kannst. Dazu gibt es Übungen und Coaching. Wie findest du sie, wie schaffst du es, sie zu kultivieren und dir die Zeit dafür freizuschaufeln?

Wenn du dich einmal zurückerinnerst an eine Zeit, in der du frei, unbekümmert und voller Leben warst – was wäre anders, wenn du heute wieder so wärst? Wie würde dein Leben aussehen?

Wenn du spürst, dass es Zeit ist für dein eigenes Comeback: Checke HIER mein Programm und erfahre, was es für dich tun kann. 

Du kannst jeden monat einsteigen, die Inhalte bauen nicht aufeinander auf.

Bist du dabei? Dann freu dich auf ein pralles, erfülltes und reicheres Leben, als du es heute lebst.

Herzlichst,
Deine Conny

Während COVID schrieb ich meinen ersten Roman: Isayas Augen. Das Buch floss mir aus der Feder. Und trotz aller Kritiker – „Jetzt schreibt sie auch noch Romane…“ – zog ich das Projekt durch. Es war ein Herzensprojekt, das mir Kraft gab, während draußen alles stillstand.

Aber ein Roman braucht mehr als Fantasie. Er braucht ein Team – gute Leute, ein starkes Cover, den besten Lektor, den man finden kann… Nur: COVID hatte meine Rücklagen ziemlich aufgefressen.

Also entschied ich mich für Crowdfunding: 12.000 € in drei Wochen.

Klang das bequem? HÖLLE NEIN! Es war sowas von meilenweit raus aus meiner Komfortzone…

Am Anfang fühlte es sich an wie Betteln. Meine Selbstzweifel waren riesig: Was werden sie denken… warum sollten sie… wer glaubst du eigentlich, wer du bist… Echt, ich konnte kaum schlafen, so sehr hatte ich Panik.

Dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Wirklich alle meine Freunde machten mit! Sie unterstützten mich, teilten meine Videos (aufgenommen im Schlafzimmer!) auf Facebook, sie spendeten…

Es war die nervenaufreibendste Zeit meines Lebens. Denn es war alles oder nichts. Wenn ich die 12.000 € nicht zusammenbekomme, wäre das Projekt gescheitert. Wie peinlich wäre das bitte?

Was ich nicht wusste: Während ich mit meinen Ängsten kämpfte und aus dem Schlafzimmer heraus meine Videos verschickte, baute sich im Hintergrund ein richtiger Hype auf. Menschen, von denen ich es nie erwartet hätte – und sogar Leute, die ich noch nie getroffen hatte – machten mit.

Am allerletzten Tag, als noch 500 € fehlten und die Uhr gnadenlos lief, bekam ich einen Anruf: „Conny, ich mach den Sack jetzt zu. Ich halt’s nicht mehr aus – und ich muss gleich in den Zug.“

Zwei Stunden vor Ablauf der Frist war die Summe voll. 12.036 € standen da – ich war durch. Mit dem Projekt, mit den Nerven… Ehrlich ich war völlig fertig, stolz – und ja, baff. Einfach baff.

Später erzählte mir mein Cousin, dass auch er den Countdown verfolgt hatte. Er hätte das Gleiche getan wie Bea – und viele andere auch: den fehlenden Betrag draufgelegt, damit ich mein Projekt finanzieren kann. Toll, oder?!

Was hat mich das Crowdfunding gelehrt?

Selbst nach Jahren des Mentaltrainings gibt es immer noch Ängste, die mich kleinmachen können – wenn ich sie zulasse. Die Wahrheit ist: Jeder hat sie. Erfolgreich oder nicht. Der Unterschied liegt darin, wie du damit umgehst.

Hätte ich nachgegeben, gäbe es Isayas Augen heute nicht. Dann wäre es nur eine dieser Ideen geblieben, die gut klingen – und nie fertig werden. Und wie wir alle wissen: Davon gibt es Tausende.

👉 Wenn ich dir den Schlüssel gäbe, wie du aufhörst, dich aus Angst vor Ablehnung zurückzuhalten – was würdest du tun?

Check hier 🙂 

 

„Wie ist das bei euch mit Schmerzen?“, fragt Andrea, ein junger Italiener, am Abend vor der Königsetappe über die Hospitalesroute – 25 km über die galicischen Berge in unwirtlichster Gegend.

Und ich sage: „Was soll schon sein, wir haben alle Schmerzen. Wir reden nicht darüber, es ist Teil des Deals.“ Und alle lächeln. Jeder weiß, was gemeint ist. Ein Beispiel? Meine Beine sind so steif, dass mehr als 90 Grad beim In-die-Hocke-Gehen nicht drin sind. Doch wie gesagt – es ist part of the deal. Es verliert an Bedeutung.

Laufen, essen, schlafen, repeat. Das ist das Mantra der Pilger auf dem Camino. Für mich auf insgesamt 304 Kilometern von Oviedo nach Santiago über den Camino Primitivo – dem Weg über die Berge, der am wenigsten begangen wird und entsprechend am einsamsten und auch am wildesten ist. Deswegen habe ich ihn gewählt.

Die Tage verschwimmen. Morgens verlässt du die Herberge, noch im Halbdunkel, und weißt: Heute sind es wieder 20, 25, manchmal auch 30 Kilometer.

Am dritten Tag schaltet der Kopf aus. Du gehst mechanisch und hörst nur noch das Klackern deiner Stöcke auf dem Asphalt. Mal scheint die Sonne, mal hüllt dich Nebel ein, mal prasselt der Regen stundenlang herab. Es gibt nur dich, deinen Rucksack – und den Weg. Und ein paar Mitwanderer wie Andrea.

Meine größte Herausforderung war nicht das Gehen oder die Schmerzen, sondern die Eintönigkeit. Der Camino ist kein Abenteuer. Alles ist perfekt ausgeschildert und organisiert. Es gibt Automaten für Wasser und Snacks am Straßenrand, also bleibt wirklich gar nichts mehr, um das du dich selbst kümmern musst.

Du musst einfach nur gehen. Tag für Tag diese Eintönigkeit ertragen. Viel auf asphaltierten Nebenstraßen, durch dünn besiedelte oder gleich verfallene Dörfer, nachts schäfst du in Stockbetten mit müffelnden Socken – das alles lässt dich abstumpfen und leer werden. Es gibt wirklich nichts, was dich geistig fordert oder ablenkt.

Dann kommt das Highlight: Die Hospitales-Route, 1.200 Meter hoch, zeigt endlich Unwegsamkeiten, atemberaubende Natur, die Einsamkeit der Berge und die Härte der Elemente. Hier oben gibt es keine Automaten, du musst alles selbst tragen, hast kaum Handyempfang, bist also wirklich auf dich selbst gestellt. Der Wind weht dich fast um, es ist kalt, der Regen peitscht dir von der Seite ins Gesicht und die Sicht beträgt kaum zwanzig Meter.

Doch für mich, für uns alle, ist genau dieser Tag endlich der Moment, wo wir uns wie echte Pilger fühlen. So war es vor Jahrhunderten. Raue Natur, keine Automaten, kein Entkommen, tiefe Demut, Ehrfurcht, Vertrauen. Das läutert und gibt ein unglaubliches Gefühl der Stärke. Wer die Hospitales im Regen schafft, der weiß tief in sich drinnen wieder, wer er ist und was er kann.

Dieses Hochgefühl der Hospitalesüberquerung wird noch getoppt von sieben Italienern, die uns abends mit Pasta „à la Mamma“ bekochen. Diese sieben kennen sich nicht, aber sie tun sich zusammen, um uns andere zwanzig Personen zu verwöhnen. Eine echte Camino-Aktion, so liebenswert und verbindend – und einer der Gründe, warum Menschen den Camino so lieben.

Oder dieser Franzose. Er ist in Genf gestartet, über 2.000 Kilometer in vier Monaten liegen hinter ihm. Nie habe ich einen schweigsameren und ausgeglicheneren Menschen getroffen. Was sein Grund war, sich auf den Weg zu machen, hat er mir nicht verraten. Doch in Santiago fällt er auf die Knie. Ich kann ihn verstehen.

Und dann bin auch ich auf dem Platz vor der Kathedrale. Es ist still, kein Tamtam, keine Musik. Finde ich wunderschön, denn so kann jeder sein Ankommen nach seiner Fasson feiern. Hunderte von müden und verschwitzten Pilgerinnen und Pilgern aus aller Herren Länder kommen dort jeden Tag an; von morgens bis abends ist Betrieb auf dem Platz. Manche weinen, andere singen, viele liegen sich in den Armen, beten, ein Pärchen küsst sich innig. Man grüßt sich lächelnd, ohne sich zu kennen. Was uns alle verbindet, ist dieses Wissen: Wir haben uns gestellt und sind hier angekommen. Innen wie außen. Dieser Platz gehört uns. Wir kommen alle von irgendwoher, halten hier inne und gehen danach wieder unserer Wege. Und jeder hat Hunderte von Geschichten zu erzählen, wenn er nach Hause kommt.

Ich persönlich hatte drei unterschiedliche Empfindungen: Auf den endlosen Etappen über Asphalt und durch die Dörfer spürte ich: Wir vermitteln Frieden. Wer hier läuft, hat gute Absichten. Das war einfach nur schön. Ein schönes Gefühl. Auf der Hospitalesroute habe ich mich selbst wiedergefunden. Und auf dem Platz vor der Kathedrale hatte ich das Gefühl, wir haben etwas, was uns für verbindet. Für immer.

PS: Hier kommt noch ein DANKE VIDEO für alle, die mich unterstützt haben! Ihr wart großartig!

 

Deutschland kurz vor der Wahl: Dauerstau, alle sind genervt. Die Lösungsangebote sind so extrem wie unverständlich. Viele haben das Vertrauen in die Politik verloren. Es herrscht eine lähmende Unsicherheit. Es gibt Regeln für alles, aber wenig Mut, auch mal abseits davon zu handeln. Die Angst vor Fehlern ist oft größer als der Wille zur Veränderung. German Angst at its best.

Und ja, ich überzeichne. Aber nicht wenige erleben Deutschland genau so. Und aus dem Ausland sieht alles noch ein wenig deutlicher aus.

In Südafrika ist das anders. Natürlich gibt es auch hier Probleme – und nicht gerade wenige: wirtschaftliche Unsicherheit, Korruption, Kriminalität, soziale Ungleichheit. Aber die Menschen haben eines verstanden: Warten und sich gegenseitig blockieren bringt nichts. Zusammenhalt schon. Und am meisten geht, wenn wir handeln.

Warum wird in Südafrika nach vorn geschaut?

Ein Teil der Antwort liegt in der kulturellen Grundhaltung. Während in Deutschland Perfektion und korrektes Vorgehen oft über der pragmatischen Lösung stehen, ist es in Südafrika genau andersherum. Hier wird ausprobiert, angepasst, nachjustiert.

Das mag chaotisch erscheinen – aber es bedeutet auch: Hier passiert etwas.

In Südafrika gibt es 11 offizielle Sprachen. Kulturelle Unterschiede, soziale Parallelwelten, verschiedene Meinungen und Interessen sind Alltag. Doch anstatt sich gegenseitig zu blockieren, findet man Wege, miteinander zu leben und gemeinsam Dinge zu bewegen. Streit gehört dazu, aber Eskalation oder komplette Lähmung sind seltener.

Und noch etwas ist anders: Südafrika mischt sich. In Cafés, auf Märkten, in Unternehmen gibt es Berührungspunkte, Dialoge, Austausch. Die Menschen sind offen, neugierig, gesprächsbereit. Sie warten nicht ab, sie testen, probieren aus, suchen Lösungen. Manchmal improvisiert, manchmal unkonventionell – aber sie tun es.

Ubuntu: Der Geist des Miteinanders

Ein Schlüssel zu dieser Mentalität liegt in einem kleinen, aber mächtigen Wort: Ubuntu. Es bedeutet so viel wie „Ich bin, weil wir sind“ – ein tief verwurzeltes Gefühl von Gemeinschaft, Verantwortung und Zusammenhalt.

Ubuntu bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gibt. Die Afrikaner streiten sich, laut, direkt, heftig. Aber sie rauffen sich dann auch zusammen und FINDEN Lösungen. Auch wenn die nicht immer allen schmecken: Es geht was weiter, es geht für alle vorwärts.

In Deutsckland wird dagegen gefordert, mit dem Finger auf andere gezeigt, gespalten, gehetzt. Leider. Und ziemlich nervtötend. Der Ton ist rauh und unversöhnlich.  Dieses Wir gegen die-Denken nimmt zu, echte Kompromissbereitschaft ab. Nichts passiert.

Südafrika: Herausforderungen? Ja. Aber auch ein unerschütterlicher Optimismus.

Natürlich gibt es in Südafrika Rassismus, soziale Spannungen und viele Ungerechtigkeiten. Aber selbst in schwierigen Zeiten spürt man überall dieses besondere Zusammengehörigkeitsgefühl. Menschen lachen miteinander, unterstützen sich, sind offen und neugierig. Und vor allem: Sie begegnen sich.

Diese Grundhaltung macht das Leben hier so lebenswert. Südafrika ist herausfordernd – aber es ist lebendig.

Mein Fazit: Deutschland könnte ein bisschen unkonventionelle Lässigkeit und unternehmerische Denke gut zu Gesicht stehen. Ein bisschen weniger Angst, ein bisschen mehr „was bringt uns alle weiter“. Weniger Perfektionismus, mehr Pragmatismus. Mehr Offenheit, mehr Austausch. Mehr Begegnung. Und vielleicht ein bisschen Ubuntu – denn am Ende zählt nicht, wie lange man diskutiert, sondern was man gemeinsam bewegt.

In meiner Zeit in Kapstadt habe ich viel zugehört, beobachtet und nachgedacht. Ich war mit der Idee auf Reisen gegangen (abenteuerlustig und idealistisch, wie ich nun mal bin), durch den Buchverkauf von *Isayas Augen* Geld zu sammeln und Frauen eine Ausbildung zu finanzieren.

Nun, ich sehe, dass – zumindest in Südafrika – die Infrastruktur für Menschen, die etwas bewegen wollen, durchaus ausreichend vorhanden ist. Es gibt flächendeckende Schulausbildung und auch jede Menge Möglichkeiten einer Berufsausbildung.

Da ist mein Mini-Engagement ein Tropfen auf den heißen Stein, der nicht wirklich sehr effektiv ist. Es bleibt also die Frage: Wie und wo macht es Sinn, sich zu engagieren? Und dazu will ich euch eine kleine Geschichte erzählen.

Als ich auf dem OP-Tisch für die Krebs-OP lag, fragte mich die sehr nette Anästhesieschwester, wo ich denn jetzt gerne hinreisen möchte in meinen Träumen – und ich sagte, schon halb weggetreten: „NACH KAPSTADT! Ich arbeite dort mit Start-Ups – und es gibt viel zu tun!“

Dann dämmerte ich weg. Stunden später wurde ich von einer Ärztin angesprochen – daraus entwickelte sich ein anregendes Gespräch.

Und ja, es macht total Sinn. Aufbruchstimmung und Cleverness sind vorhanden. Was fehlt, ist Unternehmergeist – und die Fähigkeiten, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dabei ist – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – ein erfahrener Profi an der Seite sehr, sehr hilfreich.

Das kann ich – denn das mache ich sowieso beruflich. Und es gibt wirklich viel zu tun, denn: Es gibt hier zu wenige Jobs! Was bei uns in Deutschland völlig anders ist – da herrscht Mangel an gut ausgebildetem Personal – ist hier umgekehrt. Hier gibt’s topausgebildete Leute, aber zu wenig Arbeit.

Verkehrte Welt, oder? Oh, wir wissen ja so wenig von dem, was wirklich passiert in anderen Ländern. Wir fallen immer noch auf die weit aufgerissenen Kindergesichter herein, die einfach so hocheffektiv eingesetzt werden, um Spenden zu sammeln. Wir denken, die Menschen hier sind die ärmsten Sch… der Welt. Ja, zum Teil sind sie es auch. Aber wie gesagt, sie haben eine Chance. Wer möchte, kann sie nutzen. Was viel mehr gebraucht wird, sind Menschen, die an sie glauben!

Aber das braucht jeder auf der ganzen Welt. Was sie aber nicht brauchen, das sind unsere Almosen! Sorry, ich weiß, ich lehne mich aus dem Fenster..

 

 

Mitte April 2024 flog ich auf meiner gerade 4 Monate alten Weltreise von Namibia zurück nach Kapstadt und wusste: ich breche ab. Ich bleibe in Kapstadt. Mir ist das zu anstrengend, mein Business leidet (dann kann ich es auch lassen), und was soll ich weiter durch die Welt gondeln, wenn ich einen Platz entdeckt habe, wo ich mich vom ersten Tag an zuhause gefühlt habe?

Und dann kam ein Hammer, den ich nicht einkalkuliert hatte, weil man ihn nicht kalkulieren kann: Ich bekam eine Krebsdiagnose. Ende Mai flog ich zurück nach Deutschland. Ich wollte mich in einem Land behandeln lassen, wo ich alles verstehe und wo ich Freunde habe – denn bei Krebs weiß man nie, wie es sich entwickelt.

Ich hatte unendliches Glück: Mein Krebs war eine harmlose Variante, er ist sehr früh erkannt worden und hatte noch nicht gestreut. Mit einer großen Operation war alles erledigt.

Das Unangenehmste war das Warten auf die Befunde. Wie schlimm ist es? Was ist alles betroffen? Welche Nachbehandlungen sind nötig? Wie stehen die Heilungschancen?

In diesen zehn Tagen ging ich sehr in mich. Ich ließ mein Leben vor meinem inneren Auge vorbeiziehen und erkannte, dass ich eigentlich sehr zufrieden bin. Ich habe nicht alles erreicht, was ich mir vorgestellt habe – was bei einem Menschen wie mir, der tausende von Ideen hat, auch gar nicht möglich ist. Doch das Wichtigste, das Wesentliche, das habe ich gemacht und erlebt. Ich hatte die große Liebe, war erfolgreich im Business, ich habe die Welt bereist, bin über Berge, Täler und durch Wüsten marschiert, ich habe Bücher geschrieben und sogar mein Traumplätzchen an der Sonne gefunden. Ich muss mir und niemandem mehr irgendwas beweisen. Und das ist ein großartiges Gefühl! Herz, was willst du mehr?

Von daher: Ich bin krebsfrei – und betrachte diesen dritten Lebensabschnitt nun als EXTRA! Ich will diese Zeit nutzen, sehr viel von dem weiterzugeben, was ich erlebt und gelernt habe. Ich will Menschen inspirieren, motivieren und unterstützen, sich selbst im Leben die Ergebnisse zu kreieren, die sie sich wünschen.

Und so ist ab heute alles neu: Die Website, die Ausrichtung, der Lebensmittelpunkt, meine Pläne für die Zukunft…

Und darauf stoße ich heute mit euch an: Auf das Leben und die nächsten 30 Jahre – in Kapstadt😊

Eure Conny Schumacher

Durch den 11. September änderte sich alles. Von einem Tag auf den anderen veränderte sich das Kaufverhalten der Menschen. Die Sorglosigkeit war weg, die Menschen wurden vorsichtiger, gingen weniger aus und hielten ihr Geld zusammen. Das war nicht gut für unser Business, das von Energie, Spaß, guter Stimmung und Impulskäufen lebte.

Zudem wurde die CD als Tonträger immer unattraktiver. Die Zeit der Streaming-Dienste begann. Musik wurde heruntergeladen, nicht mehr auf CD gekauft.

Und durch den 11. September verloren wir viel Geld an der Börse, wo wir unsere Ersparnisse „geparkt“ hatten. Kurz gesagt: Unsere Existenz flog uns um die Ohren und unser gemeinsamer Lebenstraum verschwand für immer am Horizont. Warum wir nicht nach Zimbabwe gingen, wurde ich oft gefragt. Nun, es entwickelte sich ein Bürgerkrieg. Ich war einmal in Harare dabei, als die britische Flagge verbrannt wurde und man mit gepanzerten Wasserwerfern auf Demonstranten losging. Das hat mir gereicht für mein Leben. Ich packte meinen Engländer und wir verschwanden aus Zimbabwe, so schnell wir konnten.

Von diesem Schlag auf allen Ebenen erholten wir uns nicht. Weder als Paar noch in unserem Business. Der Stecker war einfach gezogen. 2006 trennten wir uns – etwas, das ich nie für möglich gehalten hatte.

Und ich begann wieder als Trainer zu arbeiten. Ich hatte den Kontakt zum Sport all die Jahre nicht aufgegeben, hatte immer ein wenig als Trainer gearbeitet, allerdings war ich in der komfortablen Situation, dass ich nicht davon leben musste und es quasi als Hobby betreiben konnte.

Das wurde schlagartig anders, als ich 2006 wieder auf eigenen Füßen stehen musste.

**Was ich aus dieser Zeit gelernt habe:**

  1. Du kannst nicht wirklich erfolgreich sein und dein Bestes geben, wenn du emotional unglücklich bist. Du kannst funktionieren, ja. Aber du wirst nicht die Kraft haben, etwas Besonderes auf die Beine zu stellen. Diese Traurigkeit, dass wir uns immer weiter voneinander entfernten, lähmte uns, einen Weg aus unserer schwierigen geschäftlichen Situation zu finden. Und das Schlimmste ist, wir wussten es beide, hatten aber keine Ahnung, wie wir es hätten anders machen können.
  2. Heute weiß ich: Wir haben nicht geredet. Jeder hat sich in seinem Schmerz vergraben und versucht, damit umzugehen. Als unser gemeinsamer Lebenstraum wegbrach, zerbrach auch unsere Beziehung. Etwas, das ich heute, mit all dem Wissen, das ich seither erworben habe, niemals mehr zulassen würde.

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Inmitten dieser chaotischen Zeit, in der ich alle möglichen Jobs machte um irgendwie klarzukommen, lernte ich Andrew kennen. Andrew war/ist Engländer, ein „looker“, ist humorvoll, eine coole Socke und vor allem ist er eines: Streetwise. Er sah mich an, hörte mich panisch von meinen Geldengpässen reden und sagte einfach nur: „You know, to make money is so easy!“ BÄM! Und mir blieb das Wort im Hals stecken.
Durch Andrew lernte ich, über den Tellerrand zu sehen und groß zu denken. Er hatte ein Händchen für Geld und Gelegenheiten. Seine Geschäftsidee für Deutschland war einfach und genial: Er importierte Musik-CDs aus England. Kleine, schräge Labels, die es hier nicht gab, und er baute sich damit ganz systematisch eine Existenz auf. Er hatte am Flohmarkt begonnen, schon die ersten Großhandelskunden gewonnen – und ich witterte die Chance, die seine Geschäftsidee bot.
Und so wechselte ich ins Musikgeschäft. Wir wurden Partner, jeder brachte seine Stärken ein, und innerhalb von 3 Jahren wuchsen wir auf 500.000 DM Jahresumsatz. In unserer besten Zeit beschäftigten wir 3 Studenten, die auf Musikfestivals CDs verkauften, und wir waren mit die Ersten im Onlinehandel. An einen Deal werde ich immer denken: Wir wurden von England angerufen, ob wir einen Lagerbestand aufkaufen wollten – unter anderem ging es um 500 Dudelsack-CDs. Wir bekamen sie für 30 Penny das Stück – und sie gingen bei eBay weg für 25 DM die CD. Es riefen uns Menschen aus ganz Deutschland an; einer wollte „Amazing Grace“ für seinen verstorbenen Onkel zur Beerdigung spielen und war schon wochenlang am Suchen…
Auch privat wurden wir ein Dreamteam – es war die ganz große Liebe. Und wir bastelten nicht nur an unserem Business, sondern auch an unserem gemeinsamen Lebenstraum. Beide hatten wir die Idee, auszuwandern – und ich hatte schon damals einen Tick für Afrika. Andrew war’s recht – und so verbrachten wir jedes Jahr mehrere Monate damit, durch Afrika zu tingeln und ein Land zu finden, wo wir uns vorstellen konnten zu leben.
Es wurde Zimbabwe. 2001 hatten wir fast alles beieinander, was es gebraucht hätte: Ein Haus in Harare, zwei tolle und lukrative Geschäftsideen und ein sattes Polster, das wir uns zusammengespart hatten. Wir waren kurz davor, uns unseren Lebenstraum zu verwirklichen – doch dann kam der 11. September. Und von einem Tag auf den anderen war alles anders…
Was habe ich aus dieser Zeit gelernt?
1. Wenn du verletzbar und offen bist, ergeben sich im Leben sehr oft die größten Chancen.
2. Wenn dein Bauch sagt, dass es eine Chance ist: DANN ERGREIFE SIE.
3. Ein gemeinsamer Traum, ein großes Ziel lässt dich jede Hürde im Leben nehmen.
4. Alleine kannst du vieles bewegen, doch erst im Team bist du unschlagbar.
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