Aus dem Leben eines digitalen Nomaden

Aus dem Leben eines digitalen Nomaden

Die Anfangseuphorie ist verflogen. Reisen, aus zwei Koffern leben und in billigen Airbnbs wohnen verliert ein wenig seine Romantik. Ich habe mich in meinen Alltag eingelebt, der nicht unbedingt so viel anders aussieht als in Deutschland. Arbeiten, posten, Kunden gewinnen, Coachen, Rechnungen zahlen… all das hat sich nicht geändert.

Seit 16.4. bin ich wieder in Kapstadt – und wir haben jetzt Winter. Um die 15-19 Grad, viel Nebel vom Atlantik, keine Heizung in der Wohnung – wie das in südlichen Ländern nun mal so ist – das ist der ganz normale Alltag im Leben eines Digitalen Nomaden.

Ich drückt das schlechte Gewissen: ich wollte alle zwei Wochen einen Newsletter verschicken. Doch mir fällt nichts ein, worüber ich schreiben könnte. Denn – was soll ich mitteilen, wenns nicht´s aufregendes zu berichten gibt? Wollt ihr wirklich das hören, was ihr alle von Deutschland her selbst kennt?

Noch dazu packt mich die Grippe. Ziemlich heftig sogar. Ich liege flach, fast drei Wochen geht nichts – alles wie in Deutschland… Zwischendurch kommt ein echter moralischr Durchhänger: Was mache ich hier eigentlich, war es das wert? Ich wollte doch reisen und nun hänge ich hier fest, bin zu müde, um schon wieder die Koffer zu packen und weiterzuziehen… Bin ich deswegen hier…? Was habe ich eigentlich gesucht?

ALLES WIE IN DEUTSCHLAND…

Dennoch: Es fühlt sich alles hier in Kapstadt ein wenig leichter an. Auch wenn es ein fremdes Land ist. Woran es liegt, weiß ich nicht genau. Ist es der Reiz des Neuen, der mich einfach lebendiger sein lässt? Die Offenheit der Menschen? Die Sonne? Die Vielfalt?

Ich weiß es nicht genau. Ich weiß nur, dass ich hier heimisch geworden bin. Es hat nur 4 Monate gebraucht, und ich fühle mich hier mehr verwurzelt als in München nach über 30 Jahren.

Daher habe ich beschlossen – und das ist jetzt wirklich neu: ich bleibe hier. Ich werde mich in Kapstadt sesshaft machen. Im Oktober werde ich hier meine Homebase aufbauen und von hier aus weiter die Welt erkunden. Und bis dahin ist noch allerhand zu tun.

Es fühlt sich gut an, aufregend-unaufgeregt, inspirierend. Stimmig. Einfach nach einem guten Plan. Einem machbaren neuen Lebensabschnitt. Nach Angekommen sein.

Scheiß auf die Weltreise…

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