Kraft tut gut – und wird doch völlig unterschätzt

Kraft, eine gut ausgebildete Muskulatur, ist weit mehr als ein ästhetischer Aspekt. Muskeln unterstützen beim Abnehmen und entlastet den Bewegungsapparat. Eine meiner Kundinnen kann ein Lied davon singen, da ihr Dank einem systematischen Krafttraining ein künstliches Knie erspart blieb.
Lesen Sie hier, warum Kraft für den Körper so wichtig ist:

Gegen Krafttraining gibt es viele Widerstände und Vorurteile. Dabei ist Kraft eine der grundlegenden Fitness- und Gesundheitskomponenten.
Es gibt viele gute Gründe FÜR Krafttraining, von denen ich hier die aus meiner Sicht 5 wichtigsten herausgreife – und die Ihnen so wahrscheinlich noch niemand erklärt hat:

1. Kraft verändert die Körperspannung und damit unsere Ausstrahlung und Haltung

Wenn Sie einem Menschen die Hand geben, erwarten Sie einen Händedruck. Und sicher kennen auch Sie Menschen, deren Händedruck sich anfühlt wie ein nasser Sack. Wenn Sie an diese Menschen denken – sind die Ihnen sympatisch oder unsympatisch? Haben Sie das Gefühl, Sie haben ein Gegenüber? Nehmen sie diese Menschen ernst? Trauen Sie denen Durchsetzungvermögen, Energie und Entscheidungfähigkeit zu?

Unglaublich, was für Assoziationen wir damit verbinden – dabei ist es doch nur ein Händedruck, der einfach kraftlos ist. Saft- und kraftlos. Hier fehlt’s einafch nur an Körperspannung und das spürt man in den Händen.

Beobachten Sie mal in der U–Bahn, wie die Menschen dasitzen oder stehen. Wer von Ihnen hat Körperspannung und wie viele lassen die Schultern hängen?  Wer guckt Ihnen grad in die Augen, wer lässt den Kopf hängen? Wer meinen Sie, fühlt sich wohl? Und ist Ihnen sympatischer?
Noch Fragen zur Bedeutung von Körperspannung auf die Wirkung nach außen?

Und dann fragen Sie sich: Wie will ich wirken?

2. Kraft löst und vermeidet Verspannungsschmerzen

Wer viel im Büro sitzt, leidet oft an massiven Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Das kommt von einer permanent einseitigen Belastung und Fehlhaltung. Woher das kommt?
Jeder Muskel hat einen sogenannten Gegenmuskeln, einen Gegenspieler. Spannt ein Muskel an, wird der Gegenmuskel gedehnt. Sie kontrollieren sich gegenseitig und halten sich im Gleichgewicht. Wenn nun aber ein Muskel durch einseitige Dauerbelastung permanent überdehnt ist, ist der Gegenmuskel permanent angespannt. Es kommt zu Schmerzen und Dauerverspannungen.

Eine Möglichkeit ist DEHNEN des verspannten Muskels, die andere ist Kräftigen des „laschen“ Muskels. Sobald der schwache Muskel wieder Kraft aufgebaut hat, kann der dauer-angespannte Muskel nämlich loslassen und die beiden Muskeln kommen wieder ins Gleichgewicht. Die Beschwerden verschwinden.

3. Krafttraining ist ein Zaubermittel bei Gelenkproblemen

Viele Rückenprobleme und auch Knieprobelme lassen sich durch ein systematisches Krafttraining vermeiden. Warum? Weil der Druck auf die Gelenke reduziert wird. Die Muskeln wirken wie eine Art Stoßdämpfer und fangen die Belastungen auf. Insbesondere ist das wichtig für Kniegelenke, Hüfte und Lendenwirbelsäule. Jeder Schritt führt zum Zusammenstauchen dieser Gelenke – und gerade, wenn wir ein paar Kilos mehr mit uns rumschleppen, geht das gesamte Gewicht ungefiltert auf die Gelenke. Da muss man sich nicht wundern, wenn irgendwann ein neues Gelenk gebraucht wird.

Nichtstun ist keine Lösung, denn alle Körperfunktionen, die wir nicht benutzen, werden eingestellt. So bildet der Körper bei Bewegungsmangel weniger Gelenkschmiere, das die Belastung auf die Gelenke zusätzlich fördert.

Die gute Nachricht ist: Vieles ist reversibel. Meine Kundin ist 64 und stand kurz vor einer Operation, in der ihr zwei künstliche Knie eingesetzt werden sollten. Sie hatte permanete Schmerzen und der OP-Termin war schon ausgemacht. Mit systematischem und gezielten Krafttraining konnte sie innerhalb von drei Monaten soviel Muskulatur aufbauen, dass der Druck auf die Kniegelenke nachlies, die Schmerzen und damit auch die Entzündung zurückgingen und sie schmerzfrei gehen konnte. Wenige Monate später erzählte sie mir, dass die OP hinfällig geworden sein.

Ich kenne viele Menschen mit solchen und ähnlichen Erlebnisses. Und wer von Ihnen an Gelenkproblemen leidet, sollte diese Alternative unbedingt ins Auge fassen, ehe er einer Operation zustimmt. Ich selbst habe es am eigenen Körper erlebt – meine beginnende Arthrose im Knie habe ich mit systematischem Krafttrraining jahrelang in Schach gehalten. Und als ich letztlich doch einen Knorpelschaden hatte und operiert wurde, habe ich meine Knie systematsich wieder auftrainiert, so dass ich zwei jahre später sogar Marathon laufen konnte….

4. Kraft schützt vor Verletzungen

Wer eine gut ausgebildete Muskulatur hat, ist durch dieses Muskelkorsett geschützt. Sollten Sie stürzen, spannen sich die Muskeln automatisch an und bilden damit eine Art Airbag um unser Skelett. Das schützt vor Brüchen und inneren Verletzungen.

Nun werden Sie lächeln und sagen: „Naja, so oft falle ich nicht hin“. Doch halt: Was ist mit Inlinefahren, Radfahren, Skilaufen? Was ist mit älteren Leuten, die unter Osteoporose leiden?

Die gute Nachricht ist: Gezieltes Krafttraining kann Osteoporose sogar aufhalten. Und das in jedem Alter. Mein ältester Kunde war 90. Er hat begriffen, wie wichtig Kraft und eine gute Muskulatur für ihn ist. Er wird kein Arnold Schwarzenegger mehr werden, aber er fühlt sich gut, sicher in seinen Bewegungen und geschützt. Und geht wieder ohne Stock…

5. Kraft hilft beim Abnehmen

Ja, Sie haben richtig gehört und gelesen. Je besser unsere Muskulatur, desto besser ist unser Grundumsatz. Die Muskeln müssen versorgt werden, durchblutet werden. Der Stoffwechsel stellt sich um. Wir werden quasi ein besserer „Futterverwerter“.

Gerade, wenn Sie sich zum Sommer hin für eine Diät entscheiden sollten, ist ein zusätzliches Krafttraining enorm wichtig. Im Muskel speichert der Körper nämlich seine Eiweißreserven. Wenn wir nun Diäten machen und dem Körper Nährstoffe entziehen – was bei Diäten nun mal der Fall ist, dann bauen wir auch zwangsweise Muskeln ab. Das Ergebnis sind nicht selten hängende Bauchfalten und schlaffe Oberarme – da ist das Gewebe drunter einfach verschwunden.

Das wieder aufzubauen ist oft nicht möglich und ich selbst habe schon Kunden erlebt, die durch Diäten unglaublich viel abgenommen haben, und dann operiert werden mussten, weil im nachhinein die Muskulatur nicht mehr aufzubauen war. Das Fettgewebe hatte sich nämlich durch die Diät nicht drastisch verändert…. Viel besser ist es also, dem Muskelabbau vorzubeugen und gleich den anderen Weg zu gehen…

Vom Schönheitsaspekt eines wohlgeformten Körpers möchte ich hier garnicht anfangen, das wissen Sie ja selbst. Mir war es wichtig, Ihnen die Bedeutung von Kraft bewusst zu machen.  Und ein Krafttraining muss gar nicht so aufwändig sein, wie Sie jetzt vielleicht denken…

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