Dr. Nicolai Worm: Ernährungsmythen

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) hat gerade ihre berühmten 10 Regeln „überarbeitet“. Lesen Sie hier, was Dr. Nicolai Worm, ein Diplom-Ökotrophologe, der weniger die Dollarzeichen, sondern viel mehr die Gesundheit der Menschen im Auge hat, zu diesen Änderungen sagt:

Die DGE hat gerade ihre berühmten 10 Regeln „überarbeitet“. Dem Erkenntnisfortschritt in der Ernährungsforschung folgend ist die Neufassung ein wahrlich großer Wurf!

http://www.dge.de/pdf/10-Regeln-der-DGE.pdfDie Regel Nr. 2: „Reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln….Verzehren Sie diese Lebensmittel mit möglichst fettarmen Zutaten.“

Da ist sie nun, die kluge Empfehlung für eine Bevölkerung, deren Erwachsene zu 2/3 übergewichtig und damit mehr oder weniger insulinresistent und damit mehr oder weniger hyperinsulinämisch sind! Das umgesetzt garantiert auch vollkörnig eine schöne hohe glykämische Last. Da freut sich
die Leber auf täglich viele frische Fetteinlagerungen und auf eine Dyslipoproteinämie und auf ein erhöhtes Diabetes- und KHK-Risiko…

Die Regel Nr. 5: „Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel…Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, mit der möglichen Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten…“

Mit den „Fettstoffwechselstörungen“ ist wohl eine LDL-Erhöhung gemeint. Dass die gesättigten auch das HDL-Cholesterin anheben, ist ja keine Fettstoffwechselstörung und dass sie den LDL/HDL-Quotienten nicht beeinflussen, ist in der Tat auch keine Fettstoffwechselstörung. Da hat
die DGE doch die Evidenz beachtet!

Dass der Verzehr von viel gesättigten Fettsäuren in Langzeitstudien nachweislich ein um NULL KOMMA NULL Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen anzeigt, ist allerdings auch eine Störung – die der guten Ordnung. Und deshalb darf man das als DGE nicht
beachten!

Ach ja – und ganz zur Freude eines gewichtigen DGE-Mitglieds rät man: „Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und Fette (z. B. Raps- und Sojaöl und daraus hergestellte Streichfette.“ Das Fehlen jedweder präventiven oder therapeutischen Effekte für die Umsetzung dieser Empfehlung braucht man nicht zu berücksichtigen. Diese Datenlage würde doch nur den geölten Frieden stören…

Viele Grüße,

Nicolai Worm

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