Schlafen Sie gut?!

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen, sagt der Volksmund. Da ist was dran! Einer der Hauptgründe für Schlaflosigkeit sind Sorgen – Existenzängste, Angst um den Arbeitsplatz, Angst um die Zukunft, Angst vor Prüfungen, Angst vor Mobbing, etc.pp. Auch falsches und zu spätes Essen lässt uns schlaflos im Bett rumdrehen und alle Stunde auf den Wecker schielen.

Was Sie vielleicht noch nicht wussten: Sehr intensives Training zu später Stunde lässt uns ebenfalls schlecht schlafen. Der Klassiker: Sie kommen aus dem Büro, voller aufgestauter Energie. War mal wieder ein Scheißtag. Dieser idiotische Lieferant hat den ganzen Auftrag versaut. Und Sie mussten den Kopf dafür herhalten, haben den Anschiss bekommen.

Wohin jetzt mit dem Frust und den Agressionen? Naja, am besten abreagieren, oder? Also ab ins Fitnesstudio. Rauf aufs Spinningrad, wir lassen uns einpeitschen vom Trainer und rythmischer Musik, jagen den Puls hoch, hecheln die Berge rauf und runter, im Sitzen, im Stehen, starrer Blick – los, gib alles – und Ah! Endlich die Erleichterung! Der Kopf wird klar, die nagenden Gedanken verschwinden. Die Laune steigt. Soll er uns doch mal gerne haben. Eine Art Glücksgefühl stellt sich ein. Bewegung ist eben das beste um sich abzureagieren!

Jetzt schnell unter die Dusche, immerhin ist es schon 21 Uhr , wir haben noch  nichts anständiges gegessen – und dann ab ins Bett. Wir sollten ja gut schlafen jetzt, wo wir uns so ausgepowert haben.

Und dann passiert was, womit wir nicht gerechnet haben. Vielleicht schlafen nicht ein, liegen lange wach und hängen unseren Gedanken nach , oder wir wachen nachts auf und wälzen uns hin und her.

„Man, wieder zu spät gegessen“, schießt uns durch den Kopf. Oder: „Wie konntest du nur so blöd sein und dir alles gefallen lassen, du musst dich wehren“.

Ich kann Sie beruhigen: Es liegt weder an Ihnen, dass Sie sich nicht wehren können, noch liegt es am zu späten Essen allein (natürlich kommt es drauf an WAS Sie gegessen haben) – es liegt daran, dass Sie viel zu viel Adrenalin im Blut haben, um entspannt schlafen zu können.

Der Körper ist längst nicht runtergefahren. Wie befinden uns nach einer intensiven Belastung, wo der Puls mehrfach auf nahezu 180 Schläge hochgepusht wird genetisch gesehen in höchster Alarmbereitschaft, im Angriffs- und Verteidigungsmodus.

Da sind alle Sinne wach und auf „Hab Acht Stellung“. Und der Pegel sackt über Stunden nicht ab, mindestens (je nach Belastungsintensität, Alter und Trainingszustand) 4 Stunden können Sie rechnen, bis der Körper das Adrenalin soweit abgebaut hat, dass Sie zur Ruhe kommen. Wer sich also bis 21 Uhr voll belastet habt, kann ruhigen Schlaf bis 2 Uhr früh knicken. Und am nächsten Tag gehts Ihnen dann entsprechend!

Ich sage das hier, weil die meisten Menschen dieses Phänomen kennen, es aber nicht in verbindung mit der zu hohen und späten Belastung bringen. Auspowern zu später Abendstunde ist absolut ungesunder Blödsinn. Sie verheizen Ihre Ressourcen. Statt sich fitter und wohler zu fühlen, statt Ihre Batterien aufzuladen, werden Sie ausgelaugt.

Was also können Sie tun, um sich abzureagieren? Gegenfrage: warum wollen Sie sich denn abreagieren? Runterkommen, loslassen ist mindestens genauso effektiv!

Das funktioniert:

– Nicht zu spät Sport treiben. Nach 18 Uhr ist Schluß mit intensiver Belastung! Damit sind Sie auf der sicheren Seite.
Wenn Sie sich jetzt wundern – ich sage das aus Erfahrung! Es gilt nicht für jeden, aber für die Kandidaten (meist ab 35 aufwärts), die im Alltag mit viel Stress konfrontiert sind, wobei auch Stress subjektiv ist. Ihr Erregungsgrad im „Ausgangszustand“ ist schlichtweg höher, als der eines ausgeruhten Menschen, was logischerweise sehr individuelle Auswirkungen aufs Nervensystem hat!

– Regenerative Sportarten und gemäßigtes Tempo wählen. Joggen Sie in einem Tempo, in dem Sie sich gemütlich unterhalten können.

– sich nicht mitreissen und pushen lassen. Ist aber leichter gesagt als getan. Ich weiß noch sehr gut, dass wir diese Diskussion unter Trainerkollegen öfters hatten. Die Gefahr mit dem „zu sehr gepusht werden“ beim Spinning ist nichts neues und den Trainerkollegen durchaus bekannt. Jeder weiß es und alle denken sich: Sollen es doch die anderen machen. Einmal die Woche auf 180 mit dem Puls kann niemandem schaden. Blöd halt, wenn alle so denken!

Im Studio geht es drum, wie voll die Stunden sind. Halbvolle Stunden werden abgesetzt. Gerade abends muss der Laden brummen. Die Mitglieder wollen gepusht und angetrieben werden. Wer nicht triefend aus der Stunde geht ist unzufrieden. Dann war die Stunde nicht gut, oder der Trainer nicht fit.

DESWEGEN: Fahren Sie NIE Ohne Pulsmesser! Damit behelfen sich die Studios und nehmen Sie als Kunden in die Verantwortung. Dann sind Sie selbst zuständig für Ihre Belastungsintensität. Nur: Wissen Sie wirklich, wie hoch Ihr Puls sein sollte, um sich abends nicht hochzupushen? Ich sags Ihnen: Abends sollten Menschen ab 35 Jahren  Regenerationspuls haben. Also in der aeroben Belastungszone fahren. Faustregel: 180 – Lebensalter und dann davon 70%. „Wow!“ werden Sie jetzt sagen: „da kann ich ja spazieren gehen“ Richtig!!! Das wäre wesentlich besser und sinnvoller! 2 Stunden spazierengehen bringen Sie wesentlich besser runter, als die Pusherei nach 18 Uhr!

Bitte, tagsüber ist es völlig!!!! in Ordnung, sich auszupowern und den Puls (kurzfristig mal) hochzutreiben. Deswegen ist es viel sinnvoller Vormittags laufen zu gehen oder am frühen Nachmittag zu laufen, statt den Abend zu nutzen.

Und dann gebe ich Ihnen noch 2 Tipps mit:

Fit sein beginnt im Kopf! Mit gesundem Menschenverstand! Lassen Sie über den Tag den Agressionspegel gar nicht so hoch steigen, dass Sie abends wie en Beserker ans Rad müssen. Ich habe wesentlich bessere Erfahrungen gemacht, wenn meine Kunden tagsüber mit Mentalübungen auf Abstand gegangen sind und so abends nicht das nahezu schmerzhafte körperliche Bedürfnis hatten, sich völlig fertig zu machen. Bitte, es macht wesendlich mehr Sinn, dazu die 8 Stunden am Tag zu nutzen als 1 Stunde am Abend. In meinem Buch finden Sie einige Tipps, probieren sie sich da durch.

Und das zweite, was ich Ihnen mitgebe ist ein Tipp von professioellen Ausdauersportlern: Dieter Baumann, den kennen vielleicht noch einige, trainiert immer (!!!) unterhalb der anaeroben Schwelle. Das heißt, dass er immer mehr Sauerstoff aufnimmt, als der Körper braucht. Also immer in einem Tempo, bei dem man sich noch gut unterhalten kann. Nur 1 x pro Monat !!! jagt er seinen Puls auf 180. Warum? Weil alles andere völlig unsinniger laienhafter Bockmist ist. Sorry, ich reg mich da immer wieder auf. Denn der Laie misst einen Trainer daran, wie schweißgebadet er ist und nicht daran, wie entspannt er sich fühlt.

Ab sofort wissen Sie es also besser: Abends ab 18 Uhr keine höhere Belastung, 80% der Belastungen generell bei durchschnittlich Puls 130. Dann haben Sie einen langfristigen Trainingseffekt, bleiben gesund, tun sich und Ihrem Körper etwas wirklich Gutes – und werden auch wieder ruhig schlafen!

© Dipl. Spoec Conny Schumacher  *  Alfred Schmidt Straße 15  *  81379 München   *  Tel: 089/21963686  *  www.fit-im-büro.info

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