Sport vs Fitness

So, jetzt oute ich mich auch noch in dieser Richtung: Ich bin kein Fan von Fitnessstudios. Ich bin aber ein großer Fan von Sport! Wissen Sie, wo der Unterschied ist? Fitness macht keinen Spaß, weil die emotionale Bindung fehlt. Ist doch so, oder? Das Fitnesstudio lassen Sie sausen sobald irgendwas dazwischen kommt. Ein Golfturnier sagen Sie nicht ab – egal, was passiert! Warum ist das so?

Studien haben gezeigt: im Fitnessstudio erreichen nur 5% ihre Ziele. Ich behaupte aus langjähriger Erfahrung: das sind die 5% die entweder einen guten Trainer haben oder eh wissen, was sie zu tun haben, also gleich vom Fach sind.

Was aber machen die 95%, die NICHT das erreichen, was sie sich vorgenommen haben? Naja, die zahlen, gehen ab und zu hin, und machenwas. Irgendwas, aber nichts zielführendes. Und irgendwann schläft die Begeisterung der ersten Stunde  ein.

Wir haben heute mehr Fitnesstudios und Fitnessstudiogänger als je zuvor. Aber die Bevölkerung nimmt im Schnitt weder ab noch wird sie gesünder! Warum ist das so??

Aus emotionaler Sicht und vom Blickwinkel der Motivation aus gesehen völlig klar: Im Studio fehlt das Erfolgserlebnis, dass uns dran bleiben und die Zähne zusammenbeissen lässt. Der Vorteil eines Fitnesstudios ist zugleich sein Nachteil: Wir wollen Unverbindlichkeit, wir wollen Flexibilität, wir wollen kommen und gehen können, wann es uns passt. Unabhängig sein.  Und dann haben wir das Problem, dass wir überhaupt nicht kommen, weil wir einfach keine echte Freude für das entwickeln können, was wir da tun. Fitness ist funktionell. Fitness ist kein Spaß. Für mich ist Fitness Mittel zum Zweck! Sinnvoll nach einer Verletzung um den Muskel wieder aufzubauen, oder wenn ich mich aufs Skifahren vorbereiten will. Dann kann ich mich reinhängen für ein paar Monate – bis ich erreicht habe, was ich will. Und dann höre ich wieder auf!

Und dann bleibt bei aller Wellness und allem Plädoyer für den Passivsport leider noch eine Erkentnis unumstößlich: Ohne Schweiß kein Preis. Im Sport – wie im Leben – gehts halt nicht ohne Anstrengung, will man weiterkommen.

Ich habe mich in meinem Leben schon oft geschunden. Warum? Weil ich was erreichen wollte. Und es hat mir Spaß gemacht. Spaß hat aber nicht das Schinden an sich gemacht – ich bin ja kein Masochist – sondern das Gruppenerlebnis z.B. meiner Volleyballmannschaft in jüngeren Jahren. Wir hatten ein gemeinsames Ziel: Wir wollten nicht absteigen! Dafür haben wir eine Saison geackert, geschwitzt, sind gerannt wie die Bekloppten und hatten unheimlich viel Spaß! Wir sind Dritter geworden in dem Jahr – und nach allem, was ich heute über Zielsetzung weiß, schwöre ich: Wenn wir uns ein anderes Ziel gesetzt hätten, wären wir auch aufgestiegen. Drauf gehabt hätten wir es.

Was ich damit sagen will: Sport ist ein Gruppenerlebnis. Deswegen lieben wir Fußballweltmeisterschaften! Fiebern mit und brüllen uns die Seele aus dem Leib. Sport ist hochemotional und das gehört dazu, wenn ich was erreichen will. Das faziniert sowohl den Einzelnen als auch die Massen! Sport braucht Verbindlichkeit, eine Zugehörigkeit, eine Konstanz um Spaß zu machen – denn nur so werde ich besser, habe Spaß, kann mir Ziele stecken für die ich mich reinhänge – und so werde diese dann auch erreichen.

Und was erreiche ich im Fitnesstudio? Mukis, die verschwinden, sobald ich aufhöre mit dem Training – und damit auch der Traumbody. Das ist doch völlig unsinnige Syssiphusarbeit! Wozu soll ich Muskeln aufbauen, die ich überhaupt nicht brauche? Suchen wir uns doch lieber Tätigkeiten, die Spaß machen UND Muskeln fordern! Dann kommt der Traumbody von allein und auch die Rückenschmerzen müssen deswegen nicht mehr werden!

Drum gehe ich als Personal Trainer einen ganz anderen Weg: ich will, dass meine Kunden Sport treiben. Sport, nicht Fitness! Wir suchen gemeinsam nach Sportarten, die zu ihnen und ihrem Lebensrythmus passen. Und zu ihren Anlagen: Ein Ausdauertyp wird nie glücklich und erfolgreich sein beim Tennis, eine Spielernatur mag nicht joggen gehen und wer besonders fix im Hirn ist, braucht geistige Herausforderung in Form von Reaktionsschnelligkeit, sonst langweilt er sich.

Zum Glück gibts ebensoviele Sportarten wie Talente und Fähigkeiten. Es ist also für jeden das dabei, was ihm und seinen Potenzialen entspricht. Was ich dann mache: Ich bereite den Klienten gezielt auf die Sportart vor, trainiere mit ihm die entsprechenden Grundlagen auf, damit er dann, wenn er den passenden Verein oder Club gefunden habt nicht aus dem letzen Loch pfeift und sich nicht hintraut, weil er unfit ist, sondern von Anfang an akzeptiert ist und Spaß hat.

Derartige Aktivitäten machen Sie! Da kann kommen was will. Sie lassen Ihr Goltraining nicht sausen nur weil der Filius ins Kino will. Der kann auch mit dem Fahrrad fahren. Und so binden Sie Sport, Spaß, Lebensqualität und Bewegung wieder selbstverständlich ein in Ihr Leben.

Will eigendlich nur eines sagen:  Macht alle wieder mehr SPORT!!! Und weniger Fitness, die euch doch eh nicht befriedigt….

© Dipl. Spoec Conny Schumacher  *  Alfred Schmidt Straße 15  *  81379 München   *  Tel: 089/21963686  *  www.fit-im-büro.info

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